Wie unser „Boykotteur“ uns schützen will

Warum wir uns oft so schwer tun, eine Familienaufstellung zu machen. Blogartikel über das Familienstellen nach Bert Hellinger

Es gibt immer eine andere Seite

Wenn sich Menschen auf den Weg zu sich selbst begeben, dann kann es sein, dass es da „jemanden“ gibt, der das verhindern will. Wer dieser „Jemand“ ist, darüber möchte ich heute schreiben.

Aber wie zeigt sich das Im-Wege-Stehen? Das kann sein, dass man den abgemachten Termin zur Einzelbegleitung verschläft, weil man vergessen hat, den Wecker zu stellen. Oder dass man den Termin zur Bewusstheitsgruppe immer wieder vergisst. Auch kann es sein, dass man die Uhrzeit verwechselt oder sich die Uhrzeit erst gar nicht notiert hat.

Das alles sind Beispiele aus meiner Praxis, die ich immer wieder erlebe, dass es Termin-Probleme gibt. Was geschieht denn da genau? Man könnte ja denken, dass man doch einfach mal was vergessen kann. Klar, ist das möglich, aber es gibt Menschen, bei denen passiert das immer wieder. Und dann wird es schon auffällig.

So wie bei einer Klientin von mir, die ihre Termine des Öfteren verschieben möchte. Dann habe ich sie bei unserem letzten Treffen gebeten, dass sie sich diese Seite, die unsere Treffen immer wieder verschieben möchte oder absagen möchte, einmal auf „den leeren Stuhl“ sich gegenüber setzen soll.

Es war für mich so schön mitzubekommen wie authentisch und wahrhaftig sich die andere Seite zeigen durfte: „Das bringt doch sowieso nichts. Die Zeit und das Geld kannst du dir sparen. Du hast doch gar keine akuten Probleme.“ Und im weiteren Dialog kam zum Vorschein, dass die Seite, die die Treffen absagen möchte, sich nicht gesehen und übergangen fühlt.

Auf meine Frage hin, wovor diese Seite sich denn fürchtet, wenn sie das „Boykottieren“ beendet, kam die Antwort, dass diese Seite die Klientin davor schützen möchte, Fehler zu machen.

Im weiteren haben wir die Kraft, mit der diese Seite den Schutz aufrechterhält erforscht und was ihr so unglaublich wichtig ist, dass es mit all ihrer Kraft beschützt werden muss.

All diese Fragen und vor allem das Spüren im Körper und das Fühlen der Gefühle, die damit einhergingen, hat zum Schluss zu einer großen Freude geführt. Eine Freude darüber, sich immer besser kennen zu lernen und immer authentischer zu werden.

Ich finde es so schön und wertvoll zu erfahren, dass wir nichts einfach so zum Spaß machen und dass, wenn alles liebevoll beachtet wird und da sein darf, sich vieles zum Positiven verändern kann.

In diesem Sinne freue ich mich von Herzen, dass ich diese wunderbare Arbeit anbieten darf und frage dich, ob du das auch kennst, diesen „inneren Boykotteur“. Wenn du magst, kannst du gerne davon berichten.

Warum es uns so schwerfällt, hinzuschauen – über den Widerstand im Familienstellen

Es gibt kaum ein Thema, das so viele Emotionen auslöst wie das Familienstellen.Schon das Wort lässt bei manchen Menschen etwas in sich zusammenzucken – zu groß, zu unübersichtlich, zu nah. Vor einiger Zeit sagte eine Klientin zu mir mit einem leichten Lächeln,...

Die Innere-Kind-Arbeit – Wie die liebevolle Beziehung zu dir selbst beginnt

Wir alle tragen sie in uns – verschiedene Stimmen, Empfindungen, Stimmungen, Reaktionen. Mal fühlen wir uns sicher und klar, dann wieder ängstlich, verletzt, bedürftig oder wütend. Diese Wechsel der inneren Zustände sind kein...

Wenn Meditation (noch) nicht gelingt und wie wir Schritt für Schritt zu uns selbst finden

Du setzt dich hin, willst einfach nur atmen, wahrnehmen, was du im Körper spürst und was du fühlst … und nach wenigen Sekunden öffnest du die Augen wieder, dein Körper wird unruhig, dein Kopf wirft dir To-do-Listen, Selbstkritik oder düstere Gedanken vor die Füße. Du...

Der Soldat in Gefangenschaft – und wie durch Mitgefühl Würde zurückkehrt

Es war eine kraftvolle Aufstellung gestern bei meinem Aufstellungstag in Aachen, wo sich 5 Frauen und 3 Männer aus ganz Deutschland getroffen haben zum sog. stillen Familienstellen - eine ganz besondere Art des Familienstellens, wo so gut wie nicht gesprochen wird und...

Was Ostern uns wirklich zeigt – der Weg von der Dunkelheit ins Licht!

Ostern ist für viele ein Fest der Hoffnung, der Auferstehung und des Neuanfangs. Und doch vergessen wir oft, dass dieser Neubeginn nicht ohne das Durchschreiten der Dunkelheit möglich ist. Die Geschichte von Jesus ist nicht nur eine religiöse Überlieferung – sie ist...

Fühl dich wach: Warum wahres Fühlen der Weg zur Erleuchtung ist

Hallo und herzlich willkommen zur allerersten Folge von „Fühl dich wach“ – dem Podcast für alle, die ihr wahres Sein durch echtes Fühlen entdecken wollen: Hier geht es zum Podcast (hier kannst du den Podcast hören oder wenn du lieber liest, hier weiterlesen) Ich freue...

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

Unsere Vergangenheit lebt ständig in uns weiter: als innere Kind-Anteile, die sich der äußeren Situation von damals anpassen mussten, um zu überleben. Diese jüngeren Anteile melden sich dann in Situationen, wo sie sich erinnert fühlen an das Schlimme von damals,...

Glück oder Dankbarkeit – was war zuerst?

Glückliche Menschen sind auch immer dankbare Menschen. Doch was war zuerst: Das Glück oder die Dankbarkeit? Um das herauszufinden, wurde ein Versuch durchgeführt. Die Testpersonen wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe musste auflisten, was sie in der...

„Du hast nicht auf mich geachtet“, antwortete der Fuß

Vor kurzem habe ich eine Frau begleitet, die durch einen Treppensturz in ein Schocktrauma gefallen ist und sich nach der aufwendigen Fußoperation (mit mehreren Schrauben und einer Platte) nicht mehr traute, den Fuß zu belasten....

Männer fühlen auch: Die wachsende Bedeutung der Emotionalität bei Männern

In den letzten Jahren hat sich ein bemerkenswerter Wandel vollzogen: Immer mehr Männer wenden sich ihren Gefühlen zu und erkennen die Bedeutung von Emotionalität für ihre psychische Gesundheit und Beziehungen. Dieser Trend markiert einen wichtigen Schritt in Richtung...