Plötzlich war der Husten weg – eine überraschende Wende

Gestern habe ich eine Frau begleitet, die sehr starken Husten hatte. Sie berichtete, dass sie nachts aus „allen Löchern pfeifen würde“ und kaum ein Auge zu bekommen würde. Während sie […]

Warum wir uns oft so schwer tun, eine Familienaufstellung zu machen. Blogartikel über das Familienstellen nach Bert Hellinger

Gestern habe ich eine Frau begleitet, die sehr starken Husten hatte. Sie berichtete, dass sie nachts aus „allen Löchern pfeifen würde“ und kaum ein Auge zu bekommen würde. Während sie mir davon berichtete, hustete sie fast ununterbrochen.

So habe ich sie gebeten, mit dem Husten in eine Art Rollenspiel zu treten und mit ihm einen Dialog zu beginnen. Wir setzten den Husten auf einen leeren Stuhl und sie begann mit ihm zu sprechen. Sie erzählte ihm, wie sehr sie von ihm genervt sei und wie er sie am Leben hindern würde. Auch die Gefühle und die Körperhaltung, die mit diesen Sätzen einhergingen, konnte sie ausdrücken und fühlen.

Dann kam der Wechsel, auf die Seite des Hustens. Sie meinte erst: „Oh, das wird jetzt schwer. Ich weiß ja gar nicht, was der Husten denkt.“. Aber sie wurde eines besseren belehrt, denn sobald sie sich auf den Stuhl gesetzt hatte und einfach im Augenblick wahrgenommen hatte, was sie auf dieser Seite berührt, konnte sie ganz leicht zur anderen Seite sprechen: „Es ist schön, dich zu ärgern und dass ich Macht habe.“.

Auf diese Weise ging der Dialog einige male hin und her und plötzlich fühlte sie sich auf ihrer Position ganz klein und hilflos. Auf meine Frage hin, wie alt sie sich fühlen würde und was in dieser Zeit passiert sei, erinnerte sie sich, dass sie im Alter von 2-3 Jahren an der Tischdecke gezogen hatte und die heiße Kanne mit Kaffee auf sie stürzte und sie verbrühte.

Es zeigte sich also ein innerer Kind-Anteil, der immer noch ganz hilflos, alleine und geschockt in ihr lebte. Jetzt bat ich die Klientin sich der Kleinen als liebevolle Erwachsene zuzuwenden, mit der Kleinen zu reden, sie wahrzunehmen, so wie es ihr gerade ging.

Es entstand ein sehr berührender, liebevoller Dialog zwischen den beiden, wo die Kleine voller Freude war, dass sich die Große um sie gekümmert hat. Nachdem die Kleine erfahren hatte, dass diese Situation von damals JETZT vorbei ist, konnte sie aufatmen und sich in die Arme der Großen kuscheln. Dabei fiel mir auf, dass die Klientin seit diesem Dialog nicht mehr hustete.

Die innere Arbeit wurde durch das Einnehmen der sogenannten 3. Position beendet. Eine Position, von der man wie von außen auf das, was sich gezeigt hat, schaut. Und auf einmal sagte sie zum Husten: „Du spielst gar keine Rolle mehr, du bist unwichtig geworden, eigentlich bist du nicht mehr da.“. Und zu der Großen sagte sie: „Wenn du auf die Kleine aufpasst, dann hat die Krankheit keine Chance mehr.“.

Auf einmal war bei ihr nur noch Freude und Liebe für sich selbst, für ihren jüngeren Anteil und es entstand eine Kraft und Stärke, die sich auch in ihrer Körperhaltung ausdrückte.

Wir können mit allem, was uns bewegt, in einen Dialog gehen. Vielleicht magst auch du es einmal ausprobieren – für dich allein kannst du es auch schriftlich machen oder du meldest dich bei mir – ich begleite dich von Herzen gerne!

Warum es uns so schwerfällt, hinzuschauen – über den Widerstand im Familienstellen

Es gibt kaum ein Thema, das so viele Emotionen auslöst wie das Familienstellen.Schon das Wort lässt bei manchen Menschen etwas in sich zusammenzucken – zu groß, zu unübersichtlich, zu nah. Vor einiger Zeit sagte eine Klientin zu mir mit einem leichten Lächeln,...

Die Innere-Kind-Arbeit – Wie die liebevolle Beziehung zu dir selbst beginnt

Wir alle tragen sie in uns – verschiedene Stimmen, Empfindungen, Stimmungen, Reaktionen. Mal fühlen wir uns sicher und klar, dann wieder ängstlich, verletzt, bedürftig oder wütend. Diese Wechsel der inneren Zustände sind kein...

Wenn Meditation (noch) nicht gelingt und wie wir Schritt für Schritt zu uns selbst finden

Du setzt dich hin, willst einfach nur atmen, wahrnehmen, was du im Körper spürst und was du fühlst … und nach wenigen Sekunden öffnest du die Augen wieder, dein Körper wird unruhig, dein Kopf wirft dir To-do-Listen, Selbstkritik oder düstere Gedanken vor die Füße. Du...

Der Soldat in Gefangenschaft – und wie durch Mitgefühl Würde zurückkehrt

Es war eine kraftvolle Aufstellung gestern bei meinem Aufstellungstag in Aachen, wo sich 5 Frauen und 3 Männer aus ganz Deutschland getroffen haben zum sog. stillen Familienstellen - eine ganz besondere Art des Familienstellens, wo so gut wie nicht gesprochen wird und...

Was Ostern uns wirklich zeigt – der Weg von der Dunkelheit ins Licht!

Ostern ist für viele ein Fest der Hoffnung, der Auferstehung und des Neuanfangs. Und doch vergessen wir oft, dass dieser Neubeginn nicht ohne das Durchschreiten der Dunkelheit möglich ist. Die Geschichte von Jesus ist nicht nur eine religiöse Überlieferung – sie ist...

Fühl dich wach: Warum wahres Fühlen der Weg zur Erleuchtung ist

Hallo und herzlich willkommen zur allerersten Folge von „Fühl dich wach“ – dem Podcast für alle, die ihr wahres Sein durch echtes Fühlen entdecken wollen: Hier geht es zum Podcast (hier kannst du den Podcast hören oder wenn du lieber liest, hier weiterlesen) Ich freue...

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

Unsere Vergangenheit lebt ständig in uns weiter: als innere Kind-Anteile, die sich der äußeren Situation von damals anpassen mussten, um zu überleben. Diese jüngeren Anteile melden sich dann in Situationen, wo sie sich erinnert fühlen an das Schlimme von damals,...

Glück oder Dankbarkeit – was war zuerst?

Glückliche Menschen sind auch immer dankbare Menschen. Doch was war zuerst: Das Glück oder die Dankbarkeit? Um das herauszufinden, wurde ein Versuch durchgeführt. Die Testpersonen wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe musste auflisten, was sie in der...

„Du hast nicht auf mich geachtet“, antwortete der Fuß

Vor kurzem habe ich eine Frau begleitet, die durch einen Treppensturz in ein Schocktrauma gefallen ist und sich nach der aufwendigen Fußoperation (mit mehreren Schrauben und einer Platte) nicht mehr traute, den Fuß zu belasten....

Männer fühlen auch: Die wachsende Bedeutung der Emotionalität bei Männern

In den letzten Jahren hat sich ein bemerkenswerter Wandel vollzogen: Immer mehr Männer wenden sich ihren Gefühlen zu und erkennen die Bedeutung von Emotionalität für ihre psychische Gesundheit und Beziehungen. Dieser Trend markiert einen wichtigen Schritt in Richtung...