Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

Unsere Vergangenheit lebt ständig in uns weiter: als innere Kind-Anteile, die sich der äußeren Situation von damals anpassen mussten, um zu überleben. Diese jüngeren Anteile melden sich dann in Situationen, wo sie sich erinnert […]

Warum wir uns oft so schwer tun, eine Familienaufstellung zu machen. Blogartikel über das Familienstellen nach Bert Hellinger

Unsere Vergangenheit lebt ständig in uns weiter: als innere Kind-Anteile, die sich der äußeren Situation von damals anpassen mussten, um zu überleben.

Diese jüngeren Anteile melden sich dann in Situationen, wo sie sich erinnert fühlen an das Schlimme von damals, wieder und übernehmen sozusagen die Regie:

So verhalten wir uns heute als Erwachsene immer wieder buchstäblich kindlich, weil diese Anteile in uns nicht mitgereift sind:

Verlustangst oder Bindungsprobleme: Angst, verlassen zu werden oder sich emotional nicht auf andere einlassen zu können.
Übermäßige Anpassung: Starke Bemühung, es allen recht zu machen 
Konfliktscheue oder starke Reaktionen: Überempfindlichkeit gegenüber Kritik oder schnelle Wut bei bestimmten Auslösern.
Perfektionismus: Das Gefühl, nie gut genug zu sein, weil man als Kind nur für Leistung anerkannt wurde.
Selbstzweifel: Negative Glaubenssätze wie „Ich bin nicht liebenswert“ oder „Ich bin nicht wichtig.“
Schamgefühle: Unbewusste Schuldgefühle oder das Gefühl, „falsch“ zu sein.
Kontrollzwang: Ein starkes Bedürfnis, alles zu planen und zu kontrollieren, um sich sicher zu fühlen.
Angst vor Neuem: Zögern, neue Chancen zu ergreifen oder Veränderungen anzugehen, aus Angst zu scheitern.
Plötzliche Wut oder Traurigkeit: Wenn kleine Dinge starke emotionale Reaktionen auslösen.
Tiefe Einsamkeit: Das Gefühl, nie wirklich dazu zu gehören oder von anderen nicht verstanden zu werden.
Kindliche Trotzreaktionen: Rückzug, Ignorieren oder übertriebene Reaktionen in Konfliktsituationen.
Prokrastination: Das ständige Aufschieben wichtiger Dinge, weil unbewusst Angst vor Misserfolg besteht.
Selbstzerstörerisches Verhalten: Ungesunde Beziehungen, Suchtverhalten (z. B. Essen, Alkohol, Arbeit), weil innere Leere gefüllt werden soll.
Schwierigkeit, Bedürfnisse zu erkennen: Oft nicht wissen, was man wirklich will oder was einem guttut.

Das innere Kind steht symbolisch für die tief in uns verankerten Gefühle, Erinnerungen und Prägungen aus unserer Kindheit. Es repräsentiert sowohl unsere unverarbeiteten Verletzungen als auch unsere Lebensfreude, Neugier und Kreativität.

Und immer wieder gibt es ein großes Missverständnis auf dem Weg der inneren Arbeit. Das ist mir erst letzte Woche bei meinem kostenfreien Workshop wieder klar geworden:

  • Wenn ich alles so akzeptiere, wie es ist/war, dann darf ich doch auch nicht mehr wütend auf meine Eltern sein, über, das, was damals war

Dein inneres Kind MUSS sogar wütend sein dürfen auf das, was früher war. Es hat die Wut wahrscheinlich herunterschlucken müssen und sich einfach angepasst. Und so war es nicht nur mit der Wut sondern auch mit vielen andere Gefühlen.

Aber die gute Nachricht ist: „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ (Erik Erikson) – so dass wir uns alle Gefühle von damals erlauben können und zum Ausdruck bringen können und wir heute als Erwachsene für unser inneres Kind so da sein können, wie wir es uns immer gewünscht haben.

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