Die andere Seite in uns.
Kennst du das auch, wenn du ein unangenehmes Gefühl in dir wahrnimmst und gar nicht so recht weißt, um welches Gefühl es sich genau handelt und warum das gerade in dir ist?
Das kann entstehen, wenn zwei oder mehr unserer Überzeugungen in Widerspruch zueinander stehen. Zum Beispiel nehmen wir in uns den Wunsch wahr, uns selbst Gutes zu tun. Dann gibt es aber auch noch die andere Seite in uns, die unbedingt die begonnene Arbeit noch zu Ende führen möchte. Da steht vielleicht die Überzeugung dahinter: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – die wahrscheinlich die meisten von uns sehr oft gehört haben als Kinder. Und diese Seite blockiert dann den Wunsch, sich vielleicht auszuruhen oder etwas anderes Schönes zu machen.
In der Konsequenz führt das häufig zu Selbstvermeidung, so dass der Kontakt zum eigenen Körper und Inneren gemieden wird. Dies geschieht häufig aus Angst vor Überforderung und kann in eine Spirale der Isolation und des Rückzugs führen.
Um diese Dynamik zu beenden, kann es hilfreich sein, sich den inneren Anteilen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zuzuwenden. Dies beinhaltet, sich bewusst zu werden, welche Anteile die Selbstzuwendung blockieren und warum. Die bewusste Auseinandersetzung mit diesen Anteilen ermöglicht es, schrittweise mehr Kapazität zu bilden, um sich selbst begegnen zu können. Denn ohne innere Kapazität werden wir weiter von unseren alten Gefühlen überfordert sein.
Selbstregulation und fachkundige Begleitung können Schlüsselrollen spielen, um aus der Falle der Selbstvermeidung herauszukommen.
In welchen Momenten bemerkst du Selbstvermeidung bei dir? Und welche Strategien hast du bisher gefunden, um damit umzugehen?
